Stadtteilhandel stärken!

Die stetig wachsende Konkurrenz der Discounter, Fachmärkte und des Onlinehandels stellt den traditionellen Einzelhandel in unseren Städten und Gemeinden vor große Herausforderungen. So lässt sich seit vielen Jahren beobachten, wie sich kleine, eigentümergeführte Läden aus den weniger begünstigten Lagen zurückziehen.

Eine Antwort auf diese Entwicklung bietet das Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier –BIWAQ“, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des BMUB die Chancen von Bewohnerinnen und Bewohnern in benachteiligten Stadtteilen verbessern möchte.

Ein Handlungsfeld des Münchner Förderprojekts, das unter dem Titel BIWAQ „work&act“ von der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH (MGS) durchgeführt wird, ist die Stärkung lokaler Wirtschaftsstrukturen in den Sanierungsgebieten Giesing, Ramersdorf und Berg am Laim. Grundlage sind dabei die im Jahr 2016 erarbeiteten Einzelhandelsentwicklungskonzepte, deren Handlungsempfehlungen den Rahmen für die weitere Projektumsetzung abstecken. Diese haben im Kern ergeben, dass für den Erhalt inhabergeführter Betriebe in den drei Stadtteilen eine Neupositionierung der lokalen Ökonomie nötig ist. Neben vielfältigen Qualifizierungsangeboten wurden 2018 vor diesem Hintergrund drei Stadtteilaktionen bzw. Netzwerkveranstaltungen mit Gewerbetreibenden in Kooperation mit lokalen Akteuren konzipiert und durchgeführt.

Für die passgenaue Konzeption und Planung der Aktionen wurden zunächst zahlreiche Gespräche mit Gewerbetreibenden in den drei Stadtteilen Giesing, Berg am Laim und Ramersdorf geführt. Es wurden Bedürfnisse und Hemmnisse zur Situation der EinzelhändlerInnen und verwandter Branchen (Gastronomie und einzelhandelsnahe Dienstleistungen) erörtert und in Interview-Protokollen sowie einer Kurzzusammenfassung ausgewertet. In verschiedenen Gewerbetreibenden-Workshop wurden daraufhin gemeinschaftlich konkrete Bedürfnisse, Wünsche und Ziele für die Stadtteilaktion erarbeitet.