Publikationen

Stadtöffner zum Mitnehmen. Unsere Publikationen rund um die Kreative Nutzung von Freiräumen in der Stadt.

  • Freiraum-Fibel

    Wissenswertes über die selbstgemachte Stadt!

    Im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben wir, das Team stadtstattstrand die Freiraum-Fibel entwickelt. Ein Handbuch als Anknüpfung an “Stadt selber machen”, das mögliche Handlungsspielräume und die rechtlichen Rahmenbedingungen  – von Genehmigungsverfahren über Vertragsgestaltung bis hin zu Haftungsfragen – bei der kreativen Nutzung von Freiräumen aufzeigt. Darüber hinaus gibt sie zahlreiche Tipps und Beispiele zum Stadtmachen und liefert gute Argumente, um Sachbearbeiter in den Behörden, Grundstückseigentümer und andere Entscheidungsträger von einer Idee zu überzeugen.

    Stand: September 2016
    Verlag: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
    Verfasser:  Team stadtstattstrand, ein temporärer Zusammenschluss aus fünf eigenständig Forschenden: Sabeth Tödtli (zURBS), Michael Ziehl (Urban Upcycling), Laura Bruns (stadtstattstrand), Konrad Braun (openBerlin), Iver Ohm (Hidden Institute)

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  • Stadt selber machen

    Ein Handbuch

    Egal, ob in Berlin, Barcelona, London oder Wien: Wer durch europäische Großstädte streift, kann immer öfter eigenständige Bespielungen des öffentlichen Raums durch die Bürger entdecken. Kleinste Flächen wie Baumscheiben, Nischen, Gehsteige, aber auch ganze Parks werden besetzt und kreativ gestaltet. Die Stadtbewohner machen sich ihre Stadt selbst! Alternative, authentische und lebendige Freiräume sind das Ergebnis, die die geplante Stadt ergänzen – oder auf den Kopf stellen. Die Projekte sind informell, selbstgebaut, provisorisch und schaffen neue soziale Räume. Sie intervenieren temporär oder langfristig und nutzen die vor Ort vorgefundenen Ressourcen. Dieses Handbuch möchte dazu inspirieren, selbst Eingriffe ins Stadtbild zu wagen, um so den urbanen Lebensraum mitzugestalten. Anhand von Praxisbeispielen aus Berlin, Hamburg und Zürich gibt es in fünf Kapiteln wertvolle Tipps und Hinweise zu Themen wie der Ideenfindung, Ortssuche, zur rechtlichen Situation, zu Materialbeschaffung oder Finanzen – ein unentbehrlicher Ratgeber und ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, Stadt selber zu machen.

    Stand: April 2014
    Verlag: Jovis Verlag (Ansichtsseiten hier)
    Verfasser: Laura Bruns (stadtstattstrand)

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Werkzeuge

Geballtes Raumwissen. Infografiken, Merkblätter und andere Hilfsmittel direkt zum Download.

  • Der Rechtswegweiser

    Privat oder öffentlich? Erlaubt oder Sondernutzung? Der Rechtswegweiser gibt dir einen ersten Überblick über relevante Gesetze für dein Freiraumprojekt.

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  • Raumöffner Spiel

    Ein Kartenset im Hosentaschenformat mit Tipps und Infos rund ums Stadtmachen – zum selbstausdrucken

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  • Stadtmacher Checkliste

    Die wichtigsten Punkte die es bei der Raumeroberung zu beachten gibt in einer praktischen Checkliste.

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  • Urban Design Thinking Manual

    Räume beleben, gemeinsam Ideen entwickeln und direkt vor Ort mittels Prototypen testen. Das ist Urban Design Thinking.

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Grundlagen

Gesunder Wildwuchs. 14 Leitlinien die zeigen worauf es beim Stadtmachen ankommt.

Was ist eigentlich Aneignung?

Aneignung ist die selbstorganisierte Besetzung und Gestaltung des Stadtraums durch die Bürger. Dieser bedürfnisgetriebene Prozess führt zu einer Identifikation mit dem Umfeld und zu einer Entstehung informeller Freiräume als alternative Treffpunkte für alle Stadtbewohner. Die meist provisorische selbst-bau Ästhetik steht im Gegensatz zu ihrer geplanten Umwelt.

  • 01 Aneignung Ist Selbstverwaltung und –Gestaltung.

    Immer mehr Menschen beginnen damit, in Initiativen, Gruppen oder alleine, ihren Lebensraum frei zu gestalten, sich zu beteiligen und die eigenen Interessen im Stadtraum zu positionieren, ohne dabei auf staatliche Verordnungen zu achten. „Es gibt nichts, wir wollen es selber in die Hand nehmen, wir wollen es so machen wie es uns gefällt, wir wollen es selber nutzen können. (…) Nicht warten bis die Stadt irgendwann in 10 Jahren anfängt was zu bauen.“ ( Beast Kollektiv, Zürich) Dabei organisieren die Aktivisten sich und die benötigten Ressourcen selbst und lassen sich ungern von offiziellen Instanzen reinreden „Die Übernahme eines Ortes, die Selbstverwaltung und die Selbstgestaltung, … da kann uns jetzt niemand mehr reinreden.“ ( Beast Kollektiv, Zürich).

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  • 02 Aneignung ist Raumproduktion.

    Aneignung schafft physische Freiräume zum Verweilen, die durch die Nutzer bewusst betreten werden. Die vorherrschende Atmosphäre eines bespielten Raumes wird ausser Kraft gesetzt und meist temporär und reversibel mit neuen Funktionen und Normen belegt. Man kann sich darin bewegen, kann sitzen, liegen oder selbst mitgestalten. Ausschlaggebend dabei ist die Anwendbarkeit. Anders als bei Street Art oder Graffiti, handelt es sich hier um räumlich-haptische Aneignung: Jeder der möchte, kann sich dort aufhalten und/ oder sich beteiligen. Zum Verweilen laden Sitzmöglichkeiten, als essenzielle Gestaltungs- und Raum konstituierende Elemente, ein.

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  • 03 Aneignung ist DIY Urbanismus

    Aneignung lebt aufgrund ihres provisorischen Charakters und durch die Do-it-yourself-Mentalität der Stadtnutzer. Bei der Bespielung öffentlicher Räume durch Laien wird mit dem vorhandenen Material, mit Weggeworfenem und Aussortiertem, also mit einfachsten Mitteln gearbeitet. So erscheint die Fläche oft wie eine improvisierte Ansammlung oder eine Bricolage aus vielen verschiedenen Dingen. Die Projekte bestechen durch ihre Einfachheit, aber auch durch die Liebe zum Detail; die persönliche Handschrift des Erbauers ist zu erkennen. Ein wichtiger Faktor bei diesem „Selbermachen“ ist der Zufall: Man folgt zwar einer gewissen Struktur, es bleibt aber offen, was letztlich dabei herauskommt.

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  • 04 Aneignung schafft Raum für Gespräche.

    Aneignung schafft Raum für Begegnung und Kommunikation. Es wird geplaudert, gefeiert und entspannt. Aufgrund der offenen Struktur und durch die gemeinsame Projektarbeit entstehen Schnittstellen für Menschen mit ganz verschiedenen sozialen Hintergründen. Vorbehalte, Grenzen und Ängste werden abgebaut und die Nachbarn lernen einander kennen. „Die Menschen saßen bei einander, es gab so ein miteinander und ich hatte das Gefühl ich habe etwas geschaffen. Ich habe den Ort in dem Sinne ja für Menschen geschaffen, für Kommunikation, für Miteinander für Austausch.“ (Macher, Berlin)

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  • 05 Aneignung findet sich in Innerstädtischen Wohnvierteln

    Aneignung findet in trendigen, innerstädtischen Wohngegenden durch eine urbane Anwohnerschaft statt. Bei den bespielten Räumen handelt es sich um Orte, die von den Aktivisten regelmäßig genutzt oder passiert werden. Das Wissen der Bürger – sie sind Experten für ihr persönliches Lebensumfeld im Alltag, – ihre detaillierte Ortskenntnis, ihre Kreativität und ihre individuellen Interessen bilden eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Gestaltung alternativer Räume. Den Akteuren geht es um die Entwicklung ihres direkten Lebensraumes. „Die Anwohner haben bestimmte Fähigkeiten, die ein Stadtplaner nicht hat. Alleine schon, weil sie den Ort viel besser kennen als andere. Sie kennen jede Ecke, sie haben das Raumwissen.“ (Tim Rieniets, Geschäftsführer der Landesinitiative StadtBauKultur NRW)

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  • 06 Aneignung ist Grün

    Projekte der Aneignung wirken, durch ihre Kombination von Holz und saftigem Grün, friedlich und harmonisch und scheinen dazu einzuladen, dem Alltag für einen Moment zu entfliehen, um Ruhe und Kraft zu tanken inmitten eines hektischen, lauten und grauen Lebens im Ballungsraum. Es entsteht ein Bezug zur Natur, die in unseren heutigen, dichtbesiedelten Großstädten Mangelware ist, von den Bewohnern aber intensiv gesucht wird. Die bespielten Flächen befinden sich in der Umgebung eines kleinen Rasenstücks, nahe bei Büschen und Bäumen, in einem Park – oder aber auch auf anderen unbenutzten Freiflächen mitten im Stadtviertel. Die liebevolle und detailreiche Gestaltung strahlt Ruhe und Entspannung aus. Pflanzen werden oft als Dekorationselemente und als Wohlfühlfaktor eingesetzt.

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  • 07 Aneignung ist Identifikation.

    Die Aneignung eines Raumes, die persönliche Bespielung und das regelmäßige Zurückkehren führen zu einer Identifikation mit dem Ort und langfristig zu einer Identifikation mit dem Umfeld, dem eigenen Stadtviertel. „Aneignen heißt, Dir Räume in einer Art und Weise her zu richten, so dass Du sie für Deine Zwecke nutzen kannst und in diesem Zuge letzlich auch Verantwortung und Identität entwickelst für diesen Raum.“ (Klaus Overmeyer, Urban Catalyst, Berlin)

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  • 08 Aneignung ist bedürfnisgetrieben.

    Die grundlegende Antriebskraft der Akteure ist nicht politisch, es ist die eigene Freizeit- und Lebensraumgestaltung. „Frag nicht was der Staat für dich tun kann. Ich mach das nicht für den Staat, darum geht’s nicht.“ (Macher, Berlin) Freie Flächen werden besetzt und nach eigenen Wünschen bespielt. Der Spaß und die Freude an der Nutzung stehen im Vordergrund. „… wir haben einfach die Sachen gemacht die uns selbst Spaß gemacht haben.“ (space department, Hamburg)

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  • 09 Aneignung ist offen für alle

    Eine Aneignung kann nur dann erfolgreich sein, wenn das Projekt für alle zugänglich ist und alle, die möchten, sich beteiligen und ihre Meinung einbringen können. Denn nur so bekommt der Raum eine soziale Relevanz. „Wir bauen etwas für die Stadt und es ist für alle offen. Es hat kein Tor, es kostet keinen Eintritt. Jeder ist eigentlich eingeladen.“ (Beast Kollektiv, Zürich) Auch für die Gestaltung ist dieses offene Prinzip wichtig. „Ein Platz wird dann sozial relevant, wenn die Meinung aller, die mitgemacht haben, eingebracht wurde.“ ( Stiftung Freizeit, Berlin) Dem öffentlichen Raum wird etwas hinzugefügt, was weder ausschließend noch ausgrenzend wirkt, sondern einladend und als Angebot wahrgenommen werden kann.

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  • 10 Aneignung fördert nachbarschaftliches Miteinander.

    Durch die Aneignung ändert sich Wahrnehmung und Nutzung eines Ortes. Sie hat das Potenzial, die Nachbarschaft aufzuwerten und zu beleben. „ (…) und plötzlich erwachte dieser Grünstreifen, diese ehemalige Sondermülldeponie mit ihrem ganzen Hundekot, wieder zum Leben.“ (Macher, Maybachufer, Berlin) Das eigene Viertel wird wiederentdeckt und in die Freizeitgestaltung mit einbezogen. „Für das nähere Quartier hier ist es ein Ort geworden, an dem man sich Sonntags trifft. (…) Es ist ein ganz neuer Charakter entstanden…“ (Beast Kollektiv, Zürich) Denn gemeinschaftlich orientierte Projekte fördern soziales Denken und nachbarschaftliche Interaktion. „Ziel ist es, dass man mehr verwurzelt ist, sich mehr kümmert und die  Leute aus der Nachbarschaft hier zusammenkommen, sich treffen.“ (Macherin, Obstbäume im Görli, Berlin)

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  • 11 Aneignung ist eine Projektentwicklung

    Ein Raum wird nicht von einem Tag auf den anderen angeeignet und vollendet, sondern entsteht in einem kollektiven Prozess. Aneignung ist eine Projektentwicklung. Die Akteure organisieren sich nicht temporär, sondern nachhaltig und kehren regelmäßig an den Ort zurück. Durch diese Kontinuität, den Projektcharakter und die Regelmäßigkeit grenzt sich die Aneignung von anderen Aktionen wie der Street Art oder der künstlerischen Intervention im öffentlichen Raum ab. Aneignung will nachhaltig sein, sowohl in ökologischer und sozialer wie auch in finanzieller Hinsicht; sie ist nicht renditeorientiert.

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  • 12 Aneignung profitiert vom Web 2.0

    Die neuen Medien spielen eine wichtige Rolle bei der Organisation laufender Projekte. Neben Blogs oder Listen zur Terminkoordination dienen auch die sozialen Medien und Spreadsheets als essentielle Hilfsmittel. Einerseits zur Organisation, für den Informationsfluss aber auch für die Bekanntmachung oder die Finanzierung eines Projekts über Crowdfunding . Je bekannter ein Projekt, desto mehr Unterstützer finden sich und desto schwieriger wird es für die Gegner des Projekts.

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  • 13 Aneignung ist Null-Euro-Urbanismus

    Aneignung ist sowohl für die Akteure als auch für die Stadt Null-Euro-Urbanismus. Ein Großteil der Projekte ist selbstfinanziert und auch wenn sich Zuschüsse in Form von Quartiersfonds, Fördergeldern oder Materialspenden bewerkstelligen lassen, sind die Budgets stets klein. Diese knappen Budgets führen zur Entwicklung neuer Gestaltungsformen und zu neuen Möglichkeiten der Materialbeschaffung (zum Beispiel Tauschhandel). Auch die Stadt kosten die Projekte in der Regel nichts oder nur sehr wenig im Vergleich zu konventionellen Projekten und haben dennoch das Potenzial, einen Mehrwert für das Stadtleben zu bieten.

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  • 14 Aneignung ist genehmigt oder geduldet

    Entgegen der Erwartung, die informelle Bespielung des öffentlichen Raumes erfolge spontan und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion – wie sie der Begriff Aneignung jedenfalls impliziert, – zeigt sich, dass der Großteil der Projekte  (Teil-)rechtlich abgeklärt ist. Kleinere sozialräumliche Projekte in der Stadt, ohne offizielle Genehmigung, sind den Behörden in der Regel bekannt und werden meist solange geduldet, bis sich jemand beschwert. „Eine Bank im Öffentlichen Raum zu bauen ist nicht erlaubt. Wenn sie aber von vielen genutzt wird und allen etwas bringt, so wird sie meist bleiben. Sobald es jemanden gibt, der das Projekt nicht mag, wird es wohl nicht bleiben bzw. droht Vandalismus.“ (Stiftung Freizeit, Berlin) Oft ist die Stadt neuen Vorschlägen gegenüber nicht abgeneigt und unterstützt die Aktiven. „Die (das Grünflächenamt) sehen es als Vorteil, dass sich Bürger für diesen Park engagieren und selbst einen Teil der Pflege übernehmen. Einmal unterstützen sie uns mit Geld und zum anderen mit der Wasserversorgung.“ (Macherin, Obstbäume im Görli, Berlin)

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14 Leitlinien

Alle Leitlinien in einem PDF zusammengefasst.

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